Flug verspätet – Geld zurück

Gute Nachrichten für Flugreisende: Für deutlich verspätete Flüge gibt es künftig Geld zurück. Wer drei oder mehr Stunden später ankommt als geplant, hat einen Anspruch auf eine pauschale Ausgleichszahlung in Höhe von 250 bis 600 Euro.
Dies entschied der Europäische Gerichtshof in Luxemburg. Bislang konnten Fluggäste nur nach annullierten Flügen Geld zurückfordern. Zwischen 250 und 600 Euro Entschädigung bekommen Passagiere, deren Flug deutlich verspätet ist. „Es wäre nicht gerechtfertigt, die Fluggäste verspäteter Flüge anders zu behandeln, wenn sie ihr Endziel nicht früher als drei Stunden nach der ursprünglich geplanten Ankunftszeit erreichen“, hieß es in der Urteilsbegründung.
Fluggäste eines kurzfristig annullierten Fluges hätten selbst dann einen Ausgleichanspruch, wenn sie mit einem anderen Flug befördert würden – vorausgesetzt, sie kommen mindestens drei Stunden verspätet an. Die Fluggesellschaft ist dem Gericht zufolge nur dann nicht in der Pflicht, wenn die Verspätung auf „außergewöhnliche Umstände“ zurückgeht, die von der Fluggesellschaft nicht zu beherrschen sind. Ein technisches Problem bei einem Flugzeug etwa falle nicht darunter. Entschädigungen zwischen 250 und 600 Euro Der EuGH äußerte sich zu zwei Fällen in Deutschland und Österreich, in denen die betroffenen Passagiere Verspätungen von 25 beziehungsweise 22 Stunden hinnehmen mussten. Sie beantragten daraufhin eine Entschädigungszahlung in Höhe von 600 Euro pro Person, die laut einer EU-Verordnung von 2004 für Langstreckenflüge vorgesehen ist. Die betroffenen Fluggesellschaften, Condor und Air France, verweigerten die Zahlung. Sie beriefen sich darauf, dass in der fraglichen EU-Verordnung Ausgleichszahlungen bei der kurzfristigen Annullierung von Flügen, nicht aber ausdrücklich auch für Verspätungen vorgesehen seien.
Der EuGH erklärte, diese Auslegung widerspreche dem Geist der Verordnung.
Flugausfälle und Verspätungen: Betroffene Passagiere können in vielen Fällen Entschädigung verlangen. Die EU-Flugpassagierrechte gelten für jeden, der seine Reise auf einem Flughafen in der EU antritt. Auch Passagiere aus Drittstaaten sind erfasst, sofern sie mit einer europäischen Fluggesellschaft in die EU fliegen.
Bei Verspätungen von drei Stunden und mehr besteht nach dem EuGH-Urteil Anspruch auf eine Ausgleichszahlung, die nach Entfernung gestaffelt ist: Bei einer Flugstrecke bis 1500 Kilometer beträgt die Entschädigungspauschale 250 Euro. Bei allen anderen innereuropäischen Flügen sowie Interkontinentalflügen bis 3000 Kilometer muss die Fluggesellschaft 400 Euro zahlen.
Bei Verspätung eines Langstreckenflugs werden 600 Euro fällig.
Aktenzeichen: C-402/07 und C-432/07

 

 

Quelle: tagesschau.de