Kurzurlaub auf Juist

Warum es Leute gibt, die sich Fincas auf Mallorca kaufen und dann so tun, als hätten sie ein tristes, graues Dasein im schmucklosen und ewig kalten Deutschland zurückgelassen, mag verstehen wer will. Vor der ostfriesischen Küste gibt es nämlich eine kleine Insel, die zusammen mit Hawaii in der Top 10 der weltweit schönsten Inseln auftaucht. Diese Insel heißt Juist und ist immer einen Besuch wert.

Wer braucht schon Sylt?

Exklusivität hat nicht zwingend etwas mit Geld zu tun. Wer genug schnöden Mammon auf der hohen Kante hat, kann sich ganz leicht ein Haus auf Sylt kaufen. Auf Juist sieht die Sache schon etwas anders aus – entweder man ist Insulaner oder man ist Tourist!
Für einen Kurzurlaub ist die Insel dennoch bestens geeignet. Statistisch gesehen ist Juist übrigens der Ort in Deutschland mit den meisten Sonnenstunden: 1983 Stunden scheint auf dieser Insel im Jahr die Sonne! Es scheint fast so, als wolle sich die Natur für die vielen Überschwemmungen und Sturmfluten, die in der Vergangenheit dem kleinen Eiland immer wieder zugesetzt haben, entschuldigen.
Die Touristen haben die Insel längst für sich entdeckt und im letzten Jahr kamen knapp 100000 Gäste, die im Schnitt 10 Tage blieben – und das bei gerade mal 1700 Einwohnern. Und jetzt, wo der NDR die Insel zur „schönsten Insel Norddeutschlands“ gekürt hat und man Juist nur noch das „Hawaii des Nordens“ nennt, muss man wohl aufpassen, dass der Tourismus nicht völlig die Überhand gewinnt.

Dass Juist im ursprünglichen Sinne eigentlich karg bedeutet, kann man heute kaum noch nachvollziehen. Doch früher gab es die Begrünungen im Innern der Insel tatsächlich nicht und die Insel dürfte nicht viel mehr als ein unfruchtbarer Strand inmitten der Nordsee gewesen sein. Heute dominieren zwar auch die breiten Strände das Bild von Juist, aber im Inneren erblüht die Insel satt und farbenfroh.

Es gibt auf der Insel zwei Siedlungen. Die eine ist Juist (bei den Einheimischen manchmal auch Dorf oder Ostdorf genannt) und die andere wird „das Loog“ genannt. Juist ist aber der Hauptort, in dem auch die Gemeindeverwaltung sitzt.

Strände kommen und gehen

Der Strand im Westen der Insel wird langsam aber sicher abgetragen. Pro Jahr wandert die Abbruchkante etwa fünf Meter gen Süden. An anderen Stellen wird dagegen mehr Sand angespült als abgetragen, was zu der Bildung sehr breiter, langer, feinsandiger Strände führt. Deshalb nennen viele Leute die Insel auch „schönste und längste Sandbank in der Nordsee“. Wer seinen Kurzurlaub also am Strand verbringen will, ist auf Juist genau richtig.